KR 06794 Saturnia pavonia (L., 1758)
Kleines Nachtpfauenauge
Emperor Moth

Sofern nichts anderes vermerkt, handelt es sich um eigene Bilder! Bilder mit höherer Auflösung auf Anfrage!
Paarung Kleines Nachrpfauenauge, Paarung Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth (13707 Byte) Paarung Kleines Nachtpfauenauge Emperor Moth Saturnia ( Eudia ) pavonia  Paarung (8347 Byte)

Das Kleine Nachtpfauenauge ist einer unserer schönsten Nachtfalter, gar nicht so selten und doch haben ihn die wenigsten jemals in natura gesehen. So richtig Bekanntschaft mit ihm macht man nur, wenn man ihn züchtet (was gar nicht so schwierig ist und deshalb weiter unten beschrieben wird). Bei den beiden Paarungsfotos links und rechts ist das Männchen jeweils daran zu erkennen, dass es die  großen, kammartigen Fühler hat.

Das Männchen ist etwas kleiner und viel bunter als das Weibchen. Auf dem obigen Bild erkennt man, dass seine Hinterflügel ebenfalls auffällig orangegelb gefärbt sind. 

Im Unterschied zu den Weibchen fliegen die Männchen am Tage.


Männchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth
Männchen Unterseite Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth
Männchen Unterseite Männchen (Prof.Dr. Egbert Brieskorn)

Weibchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth
Paarung Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth
Weibchen Paarung - Männchen links (Sybille Przybilla)
Männchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth Weibchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Die beiden Falter in der oberen Zeile ( links: Männchen, rechts: Weibchen) entstammen einer Freilandzucht (Z5/2001)

Ausgangspunkt der Zucht waren Eier, die von einem im Freiland gefundenen Weibchen abgelegt wurden (Oberschwaben, Umgebung Bad Saulgau, 27.4.2001)

Eiraupen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Jungraupen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

 
Erwachsene Raupe Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Auch die 3 Raupenbilder zeigen Raupen aus der oben erwähnten Freilandzucht Z5/2001.

oben links:     frisch geschlüpfte Räupchen
oben rechts : ca. 10 Tage alte Raupen
links:             erwachsene Raupe

Fühler Männchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth Fühler Weibchen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Fühler des Männchens

Fühler des Weibchens

Halberwachsene Raupen Kleines Nachtpfauenauge Eudia ( Saturnia ) pavonia Emperor Moth (8578 Byte)

Halnerwachsene Raupen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Halberwachsene Raupen

Halberwachsene Raupen

Raupe Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Raupe bei Häutung Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Halberwachsene Raupe

Raupe bei Häutung

Junge Raupen Kleines Nachtpfauenauge Emperor Moth Saturnia ( Eudia ) pavonia

Eier Kleines Nachtpfauenauge Saturnia pavonia ( Eudia ) Emperor Moth (6031 Byte)

Eiräupchen

Eigelege

Paarung Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Duftdrüse zur Absonderung von Pheromonen , Kleines Nachtpfauenauge ( Eudia ) Saturnia pavonia Emperor Moth (6390 Byte)

Paarung im geöffneten Anflugkäfig

Duftdrüse des Weibchens

Raupe beim Einspinnen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth Puppen Kleines Nachtpfauenauge Eudia bzw. Saturnia pavonia Emperor Moth (10220 Byte)

Raupe beim Einspinnen (Sybille Przybilla)

Puppen (die größere liefert ein Weibchen) und Kokons

Kokon Kleines Nachtpfauenauge Emperor Moth Saturnia ( Eudia ) pavonia (6554 Byte)

Freilandkokon Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth

Dieses Bild zeigt, dass auch der feste Kokon die Puppe nicht immer schützt - ein Fressfeind (Vogel?) hat den Kokon geöffnet.

Kokon im Freiland  ( Marc Böheim

Weitere Bilder: Bild1: Puppe Weibchen
Bild2: Raupe beim Einspinnen
Bild3: Raupe mit rosa Warzen ( Mark Warren)
Bild4: Erwachsene Raupe
Bild5: Erwachsene Raupe
Bild6: Weibchen
Bild7: Weibchen
Bild8: Grau-weiß geringelter Hinterleib des Weibchens
Bild9: Grau-weiß geringelter Hinterleib des Weibchens
Größe/Häufigkeit: Mittelgroßer (Männchen) bzw. großer (Weibchen) Nachtfalter, den man in der freien Natur recht selten zu Gesicht bekommt - es sei denn, man lockt mit frisch geschlüpften Weibchen die Männchen an (was bei mir in 70-80% der Versuche auch gelang!)
Verbreitung/ Biotop/ Flugzeit: In Europa ist die Art in der Mitte und im Norden fast überall verbreitet. Weiter nach Süden wird sie von der Schwesterart  Saturnia pavoniella abgelöst. Die genauen Verbreitungsgrenzen sind derzeit noch Gegenstand der Forschung, es gibt auch Gebiete , in denen beide Arten vorkommen (Näheres unter Ähnliche Arten). Lebensraum der Art sind wilde, "unordentliche" Bereiche, z.B. naturnahe Waldränder, Kiesgruben, Ruderalstellen, gebüschreiche Heiden, Moorheiden, aber auch verwilderte Gärten am Ortsrand. Die Falter fliegen bei uns von Anfang  April bis Mitte Mai, die Männchen tagsüber in hektischem Flug, die Weibchen nachts zur Eiablage.
Ähnliche Arten: Die Unterscheidung der Arten Saturnia pavonia und Saturnia pavoniella ist sowohl im Raupen-, also auch im Falterstadium schwierig - insbesondere im Gelände. Mit S.pavoniella muss man im gesamten Süden Europas, aber auch in Teilen Österreichs und der Schweiz, ja sogar im südlichen Deutschland rechnen. Zur Unterscheidung der beiden Arten hat Wolfgang A. Nässig folgende Zusammenfassung bereitgestellt - dort finden sich auch entsprechende Literaturangaben.

Weibchen von Saturnia pavonia haben einen deutlich grau-weiß geringelten Hinterleib (vgl. Bild8 und Bild9 bei  "Weitere Bilder" oben), bei Saturnia pavoniella ist die Ringelung sehr undeutlich.

Zur Klärung noch offener Fragen sind Meldungen von Freilandbeobachtungen und gut dokumentierten Freilandzuchten beider Arten aus ganz Europa sehr erwünscht (z.B. hier )

Mit weiteren Arten sind sowohl die Raupen als auch die Falter sind bei entsprechender Kenntnis kaum zu verwechseln. Das Große (=Wiener) Nachtpfauenauge ist eine südliche Art, die in Deutschland nicht vorkommt. Es ist deutlich größer und anders gezeichnet. Im Flug besteht  beim Männchen eine gewisse Ähnlichkeit  zum Nagelfleck, welcher zur gleichen Zeit, meist im lichten Laubwald anzutreffen ist. Der Nagelfleck hat eine sehr ähnliche Lebensweise, die Chancen, ein fliegendes Männchen  zu Gesicht zu bekommen, sind erfreulicherweise deutlich größer als beim Kl. Nachtpfauenauge (es lohnt sich also, sich diese Seite auch zu betrachten!)

Raupenfutterpflanzen: Eine Vielzahl von Pflanzen, insbesondere Brombeere (Rubus spec.), Himbeere (Rubus idaeus), Heidelbeere (Vaccinium spec.), Schlehe (Prunus spinosa), Mädesüß (Filipendula spec.), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), ...
Überwinterung: Als Puppe im Kokon.
Wissenswertes: Die Falter nehmen keine Nahrung auf. Sie können nur die beim Schlüpfen vorhandenen Fettreserven verbrauchen und leben deshalb nur wenige Tage.

Beim Artenportrait des Maulbeer-Seidenspinners  ist dargestellt, wie man vor allem früher (in China seit mehreren tausend Jahren!) durch Raupenzuchten die wertvolle Seide gewonnen hat.

Systematik:

Saturniidae - Pfauenspinner
Zuchtbeschreibung :

Die Zucht beginnt z.B. damit, dass man im Frühjahr mit einem frisch aus der Puppe geschlüpften Weibchen in einen naturnahen, eher wilden Bereich (z.B. Kiesgrube am Wandrand) geht. Man setzt  die Weibchen in einen mit Vorhangstoff umgebenen Behälter. 
Anflugkästen Kleines Nachtpfauenauge Saturnia ( Eudia ) pavonia Emperor Moth
Da sie tagsüber normalerweise nicht wegfliegen, kann man sie auch einfach unten an einen Baumstamm setzen. Die Weibchen sondern mit einer Duftdrüse (vgl. Bild) sogenannte Pheromone ab, welche die Männchen auch auf weite Entfernungen anlocken. (Um Inzucht zu vermeiden, sollte man nur Freiland-Männchen zur Zucht verwenden - auch die das Weibchen sollte aus der Region stammen, um eine Faunenverfälschung zu vermeiden. Sofort wird die Paarung eingegangen. (Allgemeine Hinweise zur Zucht von Schmetterlingen finden Sie unter  | Zucht | )

Bringt man die Weibchen über Nacht in eine nicht zu kleine, innen mit weichem Küchenpapier bedeckte Schachtel, die genügend Zweige mit Futterpflanzen (z.B. Himbeere, Brombeere, Schlehe, Weide, ...) enthält, so legt das Weibchen eine größere Zahl von Eiern ab. Aus diesen Eiern schlüpfen nach ungefähr 10-15 Tagen die kleinen Räupchen. Diese füttert man mit den angegebenen Pflanzen.
Mit jeder Häutung wechseln die Raupen ihr Aussehen, aber auch Raupen im gleichen Stadium können sehr verschieden gefärbt sein, wie das obere Bild zweier halberwachsener Raupen zeigt. Ein weiteres Bild zeigt eine erwachsene Raupe (diese können aber auch deutlich mehr Schwarzanteil in der Zeichnung aufweisen). Die erwachsene Raupe beginnt sich einzuspinnen (nachdem sie einen flüssigen Kot abgegeben hat).
Die Kokons werden schnell hart und verfärben sich braun. Die großen Kokons enthalten die großen Puppen der Weibchen, kleine Kokons ergeben im nächsten Jahr die Männchen. Dass auch ein harter Kokon die Puppe nicht sicher schützt, zeigt das rechte, im Freiland aufgenommene Bild: Man sieht deutlich die Löcher, durch die ein Fressfeind die Puppe entnommen hat. Die Verpuppung ist meist im Juli abgeschlossen. Nun bringt man die Puppen gleich ins Kühle, im Winter sogar zur Überwinterung in die Kälte  (Genaueres vgl. Zucht). Es kann vorkommen, dass ein Teil der Puppen "überliegt", d.h. erst im übernächsten Jahr zum Schlüpfen kommt. Nun kann man den ganzen Zyklus wiederholen.
Bemerkungen: Diese Seiten mit den Arten-Portraits richten sich vor allem an interessierte Laien und Fortgeschrittene, so dass Manches vereinfacht und sehr verkürzt dargestellt wird. Für Kommentare und Korrekturen bin ich stets dankbar! 

Auf eine namentliche Nennung der vielen, die beim Bestimmen geholfen haben, muss ich hier  aus Gründen der Praktikabilität verzichten. Ihnen - besonders den Profis im "Bestimmungsforum" (vgl. Link "Foren" oben) - gilt aber mein  herzlicher Dank! Ohne Sie hätten viele Artenportraits mangels abgesicherter Bestimmung nicht erstellt werden können.

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