| Weitere Bilder: | Bild1:
Puppe Weibchen Bild2: Raupe beim Einspinnen Bild3: Raupe mit rosa Warzen ( Mark Warren) Bild4: Erwachsene Raupe Bild5: Erwachsene Raupe Bild6: Weibchen Bild7: Weibchen Bild8: Grau-weiß geringelter Hinterleib des Weibchens Bild9: Grau-weiß geringelter Hinterleib des Weibchens |
| Größe/Häufigkeit: | Mittelgroßer (Männchen) bzw. großer (Weibchen) Nachtfalter, den man in der freien Natur recht selten zu Gesicht bekommt - es sei denn, man lockt mit frisch geschlüpften Weibchen die Männchen an (was bei mir in 70-80% der Versuche auch gelang!) |
| Verbreitung/ Biotop/ Flugzeit: | In Europa ist die Art in der Mitte und im Norden fast überall verbreitet. Weiter nach Süden wird sie von der Schwesterart Saturnia pavoniella abgelöst. Die genauen Verbreitungsgrenzen sind derzeit noch Gegenstand der Forschung, es gibt auch Gebiete , in denen beide Arten vorkommen (Näheres unter Ähnliche Arten). Lebensraum der Art sind wilde, "unordentliche" Bereiche, z.B. naturnahe Waldränder, Kiesgruben, Ruderalstellen, gebüschreiche Heiden, Moorheiden, aber auch verwilderte Gärten am Ortsrand. Die Falter fliegen bei uns von Anfang April bis Mitte Mai, die Männchen tagsüber in hektischem Flug, die Weibchen nachts zur Eiablage. |
| Ähnliche Arten: | Die Unterscheidung der Arten Saturnia pavonia und Saturnia
pavoniella ist sowohl im Raupen-, also auch im Falterstadium schwierig
- insbesondere im Gelände. Mit S.pavoniella muss man im gesamten
Süden Europas, aber auch in Teilen Österreichs und der Schweiz, ja sogar
im südlichen Deutschland rechnen. Zur Unterscheidung der beiden Arten hat
Wolfgang A. Nässig folgende Zusammenfassung
bereitgestellt - dort finden sich auch entsprechende Literaturangaben.
Weibchen von Saturnia pavonia haben einen deutlich grau-weiß geringelten Hinterleib (vgl. Bild8 und Bild9 bei "Weitere Bilder" oben), bei Saturnia pavoniella ist die Ringelung sehr undeutlich. Zur Klärung noch offener Fragen sind Meldungen von Freilandbeobachtungen und gut dokumentierten Freilandzuchten beider Arten aus ganz Europa sehr erwünscht (z.B. hier ) Mit weiteren Arten sind sowohl die Raupen als auch die Falter sind bei entsprechender Kenntnis kaum zu verwechseln. Das Große (=Wiener) Nachtpfauenauge ist eine südliche Art, die in Deutschland nicht vorkommt. Es ist deutlich größer und anders gezeichnet. Im Flug besteht beim Männchen eine gewisse Ähnlichkeit zum Nagelfleck, welcher zur gleichen Zeit, meist im lichten Laubwald anzutreffen ist. Der Nagelfleck hat eine sehr ähnliche Lebensweise, die Chancen, ein fliegendes Männchen zu Gesicht zu bekommen, sind erfreulicherweise deutlich größer als beim Kl. Nachtpfauenauge (es lohnt sich also, sich diese Seite auch zu betrachten!) |
| Raupenfutterpflanzen: | Eine Vielzahl von Pflanzen, insbesondere Brombeere (Rubus spec.), Himbeere (Rubus idaeus), Heidelbeere (Vaccinium spec.), Schlehe (Prunus spinosa), Mädesüß (Filipendula spec.), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), ... |
| Überwinterung: | Als Puppe im Kokon. |
| Wissenswertes: | Die Falter nehmen keine Nahrung auf. Sie können nur die
beim Schlüpfen vorhandenen Fettreserven verbrauchen und leben deshalb
nur wenige Tage.
Beim Artenportrait des Maulbeer-Seidenspinners ist dargestellt, wie man vor allem früher (in China seit mehreren tausend Jahren!) durch Raupenzuchten die wertvolle Seide gewonnen hat. |
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Systematik: |
Saturniidae - Pfauenspinner |
| Zuchtbeschreibung :
Die Zucht beginnt z.B. damit, dass man im Frühjahr mit
einem frisch aus der Puppe geschlüpften Weibchen in einen naturnahen,
eher wilden Bereich (z.B. Kiesgrube am Wandrand) geht. Man setzt die Weibchen in einen mit Vorhangstoff umgebenen Behälter. |
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| Bringt man die Weibchen über Nacht in eine nicht zu kleine, innen mit weichem Küchenpapier bedeckte Schachtel, die genügend Zweige mit Futterpflanzen (z.B. Himbeere, Brombeere, Schlehe, Weide, ...) enthält, so legt das Weibchen eine größere Zahl von Eiern ab. Aus diesen Eiern schlüpfen nach ungefähr 10-15 Tagen die kleinen Räupchen. Diese füttert man mit den angegebenen Pflanzen. | |
| Mit jeder Häutung wechseln die Raupen ihr Aussehen, aber auch Raupen im gleichen Stadium können sehr verschieden gefärbt sein, wie das obere Bild zweier halberwachsener Raupen zeigt. Ein weiteres Bild zeigt eine erwachsene Raupe (diese können aber auch deutlich mehr Schwarzanteil in der Zeichnung aufweisen). Die erwachsene Raupe beginnt sich einzuspinnen (nachdem sie einen flüssigen Kot abgegeben hat). | |
| Die Kokons werden schnell hart und verfärben sich braun. Die großen Kokons enthalten die großen Puppen der Weibchen, kleine Kokons ergeben im nächsten Jahr die Männchen. Dass auch ein harter Kokon die Puppe nicht sicher schützt, zeigt das rechte, im Freiland aufgenommene Bild: Man sieht deutlich die Löcher, durch die ein Fressfeind die Puppe entnommen hat. Die Verpuppung ist meist im Juli abgeschlossen. Nun bringt man die Puppen gleich ins Kühle, im Winter sogar zur Überwinterung in die Kälte (Genaueres vgl. Zucht). Es kann vorkommen, dass ein Teil der Puppen "überliegt", d.h. erst im übernächsten Jahr zum Schlüpfen kommt. Nun kann man den ganzen Zyklus wiederholen. | |
| Bemerkungen: | Diese Seiten mit den Arten-Portraits richten sich vor allem
an interessierte Laien und Fortgeschrittene,
so dass Manches vereinfacht und sehr verkürzt dargestellt wird. Für
Kommentare und Korrekturen bin ich stets dankbar!
Auf eine namentliche Nennung der vielen, die beim Bestimmen geholfen haben, muss ich hier aus Gründen der Praktikabilität verzichten. Ihnen - besonders den Profis im "Bestimmungsforum" (vgl. Link "Foren" oben) - gilt aber mein herzlicher Dank! Ohne Sie hätten viele Artenportraits mangels abgesicherter Bestimmung nicht erstellt werden können. |
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